Am Dienstag wird in Krems der Prozess gegen Helmut Osberger fortgesetzt. Die Verteidiger glauben weiter an die Unschuld ihres Mandanten, der Staatsanwalt geht von einem Schuldspruch aus. noe.ORF.at berichtet live aus dem Gerichtssaal.
Zwei Söhne belasteten den Angeklagten
Beim Prozessauftakt am Montag wurden bereits zwei Söhne des Angeklagten einvernommen, die ihn schwer belastet haben. Osberger ist wegen versuchten Mordes am Spitzer Bürgermeister Hannes Hirtzberger angeklagt. Der Angeklagte hat sich nicht schuldig bekannt.
Passen 700 mg Strychnin in eine Praline?
Zwei Zeugen und drei Gutachter sind geladen
Zwei Zeugen aus dem Familienumfeld von Osberger sowie die drei Gutachter der Staatsanwaltschaft werden am Dienstag bei der Verhandlung noch vor die Geschworenen treten.
Spannung vor Aussage des Gerichtsmediziners
Mit Spannung erwartet wird vor allem das Gutachten des Gerichtsmediziners Christian Reiter, der im Magen von Hirtzberger 700 mg Strychnin festgestellt hatte.
Verteidiger Nikolaus Rast glaubt, dass diese Menge niemals in eine Praline passen würde. Weiters werden das DNA-Gutachten und das Gutachten über den Mageninhalt von Hirtzberger im Beweisverfahren erläutert.
Sohn: "Vater war auf Hirtzberger böse"
Beim ersten Prozesstag am Montag wurde Osberger von seinen beiden Söhnen schwer belaste. Einer der Söhne sagte, dass sein Vater schon lange auf Hirtzberger böse sei und habe gesagt, dass er irgendwann plane, ihn umzubringen.
Mord "sehr wohl zuzutrauen"
Osberger: "Kein Kommentar"
Außerdem wollte der Angeklagte zu der Aussage seines Sohnes, dass dieser ein Marmeladeglas halb vollspucken musste, nichts sagen. Mit der Speichelprobe soll er dann versucht haben, einen falschen Mundhöhlenabstrich abzugeben.
Dazu Rast: "Nur - er sagt mir, er möchte seine Kinder nicht belasten, und er möchte seine Kinder nicht mit hineinziehen. Das verstehe ich, wenn ich mich in einen Vater hineinversetze, das kann ich nachvollziehen, obwohl ich es in dem Fall nicht für richtig halte."
Kurzer Kommentar des Staatsanwaltes
Weiters sagte ein von ihm selbst geladener Zeuge der Gemeinde Spitz, den er zur Entlastung geladen hatte, gegen ihn aus. Den ersten Verhandlungstag kommentierte Staatsanwalt Friedrich Kutschera nur kurz: "Das haben Sie selber gesehen - positiv für mich."
Er ist fest davon überzeugt, dass der Angeklagte die Tat begangen hat.
Verteidiger: "Kein Motiv".
Verteidiger glaubt an Unschuld
Verteidiger Rast glaubt weiter an einen Freispruch für seinen Mandanten, er sehe nach wie vor kein Motiv. Osberger selbst sagte am Montag, er habe Hirtzberger nicht vergiftet und das Kuvert nicht auf dessen Auto deponiert.
Am Dienstagnachmittag soll die Hauptverhandlung zu Ende sein. Dann werden sich die acht Geschworenen zur Beratung zurückziehen.
noe.ORF.at; 19.5.08
Dramatische Wende im Prozess gegen Helmut Osberger. Der Angeklagte ist am Montag von seinem Sohn schwer belastet worden. Der 23-jährige Student erklärte unter Wahrheitspflicht, sein Vater sei "schon lange auf Hirtzberger böse". Angeklagter von Sohn schwer belastet
noe.ORF.at; 19.5.08
Am Montag hat in Krems der spektakulärste Prozess dieses Jahres begonnen. Helmut Osberger ist wegen versuchten Mordes am Spitzer Bürgermeister Hannes Hirtzberger angeklagt. Der Angeklagte hat sich nicht schuldig bekannt.
Osberger bekannte sich nicht schuldig
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