Neubrandenburg (dpa) So einen Fall hatte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler noch nie. «Wer klaut schon Bienen», fragt der Sprecher der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft. «Auf jeden Fall wohl einer, der sich damit auskennt.»
Ein 21 Jahre alter Imker aus dem Kreis Mecklenburg-Strelitz soll seit 2005 Berufskollegen in großem Umfang bestohlen haben. «Dem Mann wird Diebstahl in besonders schwerem Fall vorgeworfen», sagt Zeisler. Allein bei einer Imkerei aus Neubrandenburg kamen den Ermittlungen zufolge rund 80 der insgesamt 150 Bienenvölker des Betriebes abhanden. Ein Teil wurde jetzt bei dem mutmaßlichen Bienendieb entdeckt. Experten vermuten, dass auch Imker aus Brandenburg betroffen sein könnten.
«Bienendiebstahl ist kein Einzelfall», sagt Martin Dyrba vom Landesverband der Imker in Mecklenburg-Vorpommern. Doch in solch großem Umfang sei bei den landesweit 1700 Imkern noch nicht geklaut worden. 2006 seien bei Rostock 30 Bienenvölker, und erst vor kurzem unweit des Bienenzuchtzentrums Bantin im Kreis Ludwigslust 24 Völker verschwunden. «Wir haben schon eine Kennzeichnung für Bienenkästen - mit Brand- und anderen eingearbeiteten Zeichen - eingeführt», erläutert Dyrba die Sicherheitsvorkehrungen.
Auf «umfassende Aufklärung» hofft auch Imker Andre Schwaßmann aus Neubrandenburg. Der Hauptgeschädigte, dessen Firma vier Beschäftigte zählt, war mit Hilfe einer Detektei auf die Spur des Beschuldigten gekommen. «Es begann im Mai 2006, als auf einmal 40 Magazine mit Bienen-Völkern verschwanden, dann im März 2007 noch einmal Kisten mit fast 40 Völkern», erzählt er. Schwaßmann fand Fahrspuren und hatte einen Verdacht. In einem gecharterten Hubschrauber machte er sich auf die Suche - und wurde fündig. Auf Feldern und an Wäldern südöstlich Neubrandenburgs entdeckte er die Magazine wieder.
Imker fand Bienendieb per Hubschrauber
Neubrandenburg (dpa) So einen Fall hatte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler noch nie. «Wer klaut schon Bienen», fragt der Sprecher der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft. «Auf jeden Fall wohl einer, der sich damit auskennt.»
Ein 21 Jahre alter Imker aus dem Kreis Mecklenburg-Strelitz soll seit 2005 Berufskollegen in großem Umfang bestohlen haben. «Dem Mann wird Diebstahl in besonders schwerem Fall vorgeworfen», sagt Zeisler. Allein bei einer Imkerei aus Neubrandenburg kamen den Ermittlungen zufolge rund 80 der insgesamt 150 Bienenvölker des Betriebes abhanden. Ein Teil wurde jetzt bei dem mutmaßlichen Bienendieb entdeckt. Experten vermuten, dass auch Imker aus Brandenburg betroffen sein könnten.
«Bienendiebstahl ist kein Einzelfall», sagt Martin Dyrba vom Landesverband der Imker in Mecklenburg-Vorpommern. Doch in solch großem Umfang sei bei den landesweit 1700 Imkern noch nicht geklaut worden. 2006 seien bei Rostock 30 Bienenvölker, und erst vor kurzem unweit des Bienenzuchtzentrums Bantin im Kreis Ludwigslust 24 Völker verschwunden. «Wir haben schon eine Kennzeichnung für Bienenkästen - mit Brand- und anderen eingearbeiteten Zeichen - eingeführt», erläutert Dyrba die Sicherheitsvorkehrungen.
Auf «umfassende Aufklärung» hofft auch Imker Andre Schwaßmann aus Neubrandenburg. Der Hauptgeschädigte, dessen Firma vier Beschäftigte zählt, war mit Hilfe einer Detektei auf die Spur des Beschuldigten gekommen. «Es begann im Mai 2006, als auf einmal 40 Magazine mit Bienen-Völkern verschwanden, dann im März 2007 noch einmal Kisten mit fast 40 Völkern», erzählt er. Schwaßmann fand Fahrspuren und hatte einen Verdacht. In einem gecharterten Hubschrauber machte er sich auf die Suche - und wurde fündig. Auf Feldern und an Wäldern südöstlich Neubrandenburgs entdeckte er die Magazine wieder.
Ein Detektiv identifizierte die Initialen «AS» an den Kästen. Die Polizei wurde eingeschaltet und die Hälfte der Beute beschlagnahmt. «Es könnte erst die Spitze vom Eisberg sein», meint Schwaßmann. Bei dem Beschuldigten aus der Nähe von Woldegk handele es sich um einen ehemaligen Lehrling der Imkerei, der wegen Unregelmäßigkeiten kurz vor der Prüfung entlassen worden sei und sich offenbar selbstständig gemacht habe.
Allein für die gestohlenen Bienenvölker wird der Schaden auf rund 20 000 Euro geschätzt. Durch entgangenen Honig erhöhe sich die Schadensbilanz auf 40 000 bis 50 000 Euro, hieß es. Der Imkerverband hofft, dass mit der Aufdeckung dieses Falls die Bienenfreunde sich wieder mehr ihrer Hauptarbeit zuwenden können. «Uns machen die Verluste durch die Varroa-Milbe und andere Krankheiten schon genug zu schaffen», sagt Bienenexperte Dyrba. Die Staatsanwaltschaft will den mutmaßlichen Bienendieb an diesem Donnerstag erstmals in der Behörde vernehmen. Bisher habe er zu den Vorwürfen geschwiegen.
Ein Detektiv identifizierte die Initialen «AS» an den Kästen. Die Polizei wurde eingeschaltet und die Hälfte der Beute beschlagnahmt. «Es könnte erst die Spitze vom Eisberg sein», meint Schwaßmann. Bei dem Beschuldigten aus der Nähe von Woldegk handele es sich um einen ehemaligen Lehrling der Imkerei, der wegen Unregelmäßigkeiten kurz vor der Prüfung entlassen worden sei und sich offenbar selbstständig gemacht habe.
Allein für die gestohlenen Bienenvölker wird der Schaden auf rund 20 000 Euro geschätzt. Durch entgangenen Honig erhöhe sich die Schadensbilanz auf 40 000 bis 50 000 Euro, hieß es. Der Imkerverband hofft, dass mit der Aufdeckung dieses Falls die Bienenfreunde sich wieder mehr ihrer Hauptarbeit zuwenden können. «Uns machen die Verluste durch die Varroa-Milbe und andere Krankheiten schon genug zu schaffen», sagt Bienenexperte Dyrba. Die Staatsanwaltschaft will den mutmaßlichen Bienendieb an diesem Donnerstag erstmals in der Behörde vernehmen. Bisher habe er zu den Vorwürfen geschwiegen.
Schwäbische Zeitung online, 16.04.2007 14:36
URL: http://www.szon.de/news/lifestyle/klatsch/200704161100.html