Eltern verzweifelt
Seit etwa zwei Wochen gibt es von einem jungen Gleisdorfer kein Lebenszeichen mehr. Der 28-jährige Rene Ulz ist in Australien verschwunden. Auch eine Suchaktion seines Vaters ist erfolglos verlaufen. Ein Privatdetektiv soll nun helfen.
Seit 23. März fehlt jede Spur
Vor drei Monaten begann Rene Ulz mit einem Englischstudium im Südwesten Australiens. Es war der große Wunsch des Oststeirers, der danach wieder in der Firma seines Vaters arbeitet wollte. Doch seit dem 23. März fehlt von ihm jede Spur.
Auch Thomas Muster half
Seither unternehmen die Eltern alles, um ihren Sohn in Australien zu finden. Bislang haben Polizeitrupps Flüsse und ganze Stadtviertel durchsucht, die österreichische Botschaft ist eingeschaltet, selbst Thomas Muster wurde aufgrund seiner Australienkontakte in die Suche miteingebunden.
Renes Vater, der Unternehmer Peter Ulz, flog sogar selbst nach Australien, um seinen Sohn zu suchen, der von einer auf die andere Sekunde wie vom Erdboden verschluckt wurde.
"Das letzte Telefonat war am 18. März, da hat er angerufen und mit seiner Mutter gesprochen. Mir hat er am 20. März noch Fotos geschickt per e-Mail. Am 23. März um 3.30 Uhr hat er noch mit einem Freund gesprochen, das war das letzte Lebenszeichen", erzählt Peter Ulz. Verzweifelte Suche nach vermisstem Sohn
"Versuchten, Wege nachzuvollziehen"
Der oststeirische Unternehmer flog mit einem Freund der Familie nach Australien. Dort befragten die beiden Männer Kollegen und Freunde ihres Sohnes. Dann versuchten sie die Wege, die Rene gegangen war, nachzuvollziehen - ohne Erfolg.
"Alle 18 Minuten ein Vermisster"
Mit den Behörden in Australien gab und gibt es ein gutes Einvernehmen, so Ulz: "Die Polizei ist sehr stark dahinter Rene zu suchen, weil er ein Bürger aus der EU ist. Sie sind Vermisste aber gewohnt, denn alle 18 Minuten wird in Australien eine Person vermisst gemeldet. 99 Prozent werden zwar aufgeklärt, aber es braucht seine Zeit."
"Sind überzeugt, dass er noch lebt"
"Wir hoffen natürlich und sind überzeugt, dass er noch lebt und dass er sich - aus welchen Umständen auch immer - einfach nicht melden kann", sagt der verzweifelte Vater, "vielleicht wird er festgehalten, oder unter Drogen gesetzt - man kann es nicht sagen."
Noch keine Hinweise
An Unterstützung von Seiten der Polizei mangelte es nicht, sagt Ulz: "Wir haben von der Polizei sehr viel Hilfe bekommen. Wir haben Pressekonferenzen gehabt, Fernsehsendungen und Zeitungseinschaltungen. Alle haben gemacht, was möglich war. Bis jetzt hat es aber leider keine Reaktionen gegeben."
Privatdetektiv und Belohnung
Als nächste Schritte wollen die Eltern von Rene Ulz einen Privatdetektiv engagieren, um ihren Sohn zu finden. Dieser habe "mehr Möglichkeiten als die Polizei. Und dann wollen wird auch eine Belohnung aussetzen."
Große Anteilnahme
Die Anteilnahme in Gleisdorf sei sehr groß, so Peter Ulz, "fast zu viel manchmal. Rene hat sehr viele Freunde, das merken wir eigentlich erst jetzt."
Angst, beim Telefon-Abheben
Er selbst sei durch seine Arbeit ein bisschen abgelenkt, sagt der Oststeirer, für seine Frau sei es schwieriger: "Es zehrt an den Nerven, vor allem, wenn ich aus Australien angerufen werde, dann ist die Nummer immer unbekannt, weil aus Australien keine Nummer mitgesendet wird. Da hab' ich manchmal beim Abheben ein bisschen Angst."
Die Familie hat eine eigene zweisprachige Homepage eingerichtet und bittet um Hinweise. Rene Ulz
ORF Steiermark, 11.4.2007
http://steiermark.orf.at/stories/184954