TAT-SACHEN
Frauen als Mörderinnen
Kapitalverbrechen sind eine Männerdomäne. Frauen morden selten, und wenn dann meist im Affekt. In der österreichischen Kriminalgeschichte finden sich daher auch nur ganz wenige spektakuläre Fälle, in denen Frauen als Täterinnen die Hauptrolle gespielt haben. Das Tat-Sachen Team - Burgit Bock, Doris Plank und Karo Wolm - recherchiert für diese Ausgabe des Kriminalmagazins Geschichten über Mörderinnen, die für Schlagzeilen gesorgt haben.
heute ORF 2, 21.20 Uhr
TAT-SACHEN
FRAUEN ALS MÖRDERINNEN
Tat-Sachen über spektakuläre Kriminalfälle, in denen Frauen als Täterinnen die Hauptrolle gespielt haben.
DIE SCHWARZE WITWE
Elfriede Blauensteiner ging als eine der perfektesten, aber auch kaltblütigsten Giftmörderinnen in die österreichische Kriminalgeschichte ein. Sie hat zwischen 1992 und 1995 nachweislich drei Menschen getötet. In insgesamt fünf Fällen wurde gegen sie ermittelt, in zwei Fällen reichten die Beweise jedoch nicht für eine Anklage.
Ihren Opfern mischte Blauensteiner Medikamenten-Cocktails, für deren Nachweis von der Gerichtsmedizin Wien sogar neue forensische Methoden entwickelt wurden. Das Medikament "Euglucon" zum Beispiel wird normalerweise bei Zuckerkranken eingesetzt und im Körper schnell abgebaut. Nachweisen konnte man "Euglucon" in den Leichen der Opfer erst durch eine neue Art der chemischen Analyse.
Elfriede Blauensteiner war allseits beliebt, galt als hilfsbereit und lebenslustig. Was machte die lustige Witwe zur kaltblütigen Mörderin?
DIE WILDE WANDA
Wanda Kuchwalek wurde mit 14 Jahren das erste Mal verhaftet, als Größe der Wiener Unterwelt kam sie im Lauf ihres Lebens auf insgesamt 25 Verurteilungen. Als Frau hat sie es im Milieu ganz allein nach oben geschafft. Wanda war stolz darauf, keine Männer zu brauchen. Herbert Eichenseder, ihr Strafverteidiger, war wohl der einzige Mann in ihrem Leben. Er hat sie auch frei bekommen, als sie wegen Mordversuchs angeklagt war.
Die Wilde Wanda gilt als Kultfigur, als weibliche Vorreiterin in einem Männerberuf. Dem trug sie auch mit ihrem Outfit Rechnung: Schwarzer Herrenanzug, weißes Hemd mit Stehkragen, Cowboymascherl, Stiefel und Schlapphut. Dazu: Stahlrute, Messer, Pistole und ein Flachmann mit Rum. Ihre große Liebe war ein Pitbull.
Der Tat-Sachen-Beitrag ist eine Zeitreise durch Wiens Unterwelt der 60er und 70er Jahre. Als im Cafe "Amigo" noch der Stoß lief und die Praterstraße eine sündige Meile war. Als Wegbegleiter: Wandas Ganovenfreunde, Strichkatzen, Opfer und Polizisten.
DIE MÖRDERIN MIT DEM ENGELSGESICHT
Als "Mörderin mit dem Engelsgesicht" steht die 24jährige Adrienne E. im März 1953 vor Gericht. Laut Anklage soll sie den Geschäftsmann Johann Arthold ermordet haben.
Der Prozess ist ein Fressen für die Medien, denn Adrienne E. ist eine junge, hübsche Frau und die Tat wurde mit besonderer Brutalität ausgeführt. Nach wochenlangen Verhören durch die Polizei gesteht Adrienne E., den Geschäftsmann mit einem Fleischwolf erschlagen zu haben. Doch noch vor Prozessbeginn widerruft sie ihr Geständnis. Als wahren Täter nennt Adrienne E. einen Mann namens Constantin Bertini. Doch dieser Mann ist nicht zu finden, wilde Spekulationen über seine Person begleitet den Prozess. Der Staatsanwalt kann die Anklage nur auf die Sachbeweise stützen.
Die Ungereimtheiten im Mordfall Johann Arthold haben schon damals Zweifler auf den Plan gerufen und bis heute gibt es Menschen, die an der Schuld von Adrienne E. zweifeln. Adrienne E. selbst hat ihre Unschuld immer beteuert.
Zuhälterin "Wilde Wanda" tot (1947-2004)
Quelle: http://gerichtlive.twoday.net/stories/665568/comment