Horngacher unter Amtsmissbrauchs-Verdacht
Nun ermittelt die Wiener Staatsanwaltschaft laut "profil" in der "Sauna-Affäre" auch gegen Wiens Landespolizeikommandanten Roland Horngacher. Das Innenministerium bestätigt dies. Horngacher weist dies und alle Vorwürfe zurück.
Ainedter-Anzeige gegen Unbekannt
In der am Montag erscheinenden Ausgabe von "profil" heißt es, es seien Ermittlungen wegen des Verdachtes des Amtsmissbrauches und des Verrats von Amtsgeheimnissen eingeleitet worden. Das Büro für Interne Ermittlungen (BIA) sei mit Erhebungen beauftragt worden.
Ausgelöst hat die Ermittlungen laut "profil" der Wiener Rechtsanwalt Manfred Ainedter, der schon vor einigen Wochen eine Anzeige gegen Unbekannt eingebracht hat. Er vertritt den suspendierten Kripo-Chef Ernst Geiger in der "Sauna-Affäre"und auch Rainhard Fendrich.
Nach Anzeige von Geiger-Anwalt Ainedter
Ainedter gegenüber "Radio Wien" zum Gegenstand der Anzeige: "Da geht es darum, dass in zwei Fällen, nämlich sowohl in der so genannten 'Sauna-Affäre' als auch im Fall Fendrich, vorab offenbar Aktenteile weiter gegeben wurden und die Medien vorab irgendwie informiert wurden.
Es kann kein Zufall sein, dass eine Riesenzeitung bei der Razzia dabei war, live sozusagen, es ist auch nicht das erste Mal, dass so etwas passiert, es sind oft Zeitungen dabei.
Und in der Fendrich-Geschichte wurde schlicht die Ermittlung zerstört durch die voreilige Weitergabe von Akten sprich der Aussage Fendrichs an ein großes Nachrichtenmagazin."
"Reiner Routinevorgang"
Laut dem Büro für Interne Ermittlungen (BIA) im Innenministerium führte diese Anzeige dazu, dass nun Erhebungen durchgeführt werden. Und zwar auch gegen den Wiener Landespolizeikommandanten Roland Horngacher und wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs und Geheimnisverrats.
Es sei aber ein reiner Routinevorgang, so der Leiter des Büros, Martin Kreutner. In ein bis zwei Wochen soll es ein Ergebnis der Untersuchung geben, so Kreutner weiter. Dann müsse die Staatsanwaltschaft über das weitere Vorgehen entscheiden.
Horngacher weist Vorwürfe zurück
Polizeigeneral Roland Horngacher reagierte empört. Es sei eine Kampagne, die gegen ihn laufe. Er habe sich nichts zu schulden kommen lassen. Die Vorwürfe weise er daher vehement zurück.
Er habe niemals Informationen über die Polizeirazzia in einem Sauna-Etablissement an die Medien weitergegeben. Ebensowenig habe er den Akt zur Kokain-Affäre Fendrich weitergegeben. Zudem gebe es kein Strafverfahren Horngacher.
Hartnäckiges Gerücht um Intrige
Die Wiener Polizei wird damit neuerlich von Ermittlungen gegen einen Spitzenbeamten erschüttert.
Es gibt ja das hartnäckige Gerücht, dass der Ausgangspunkt der nunmehrigen Probleme ein Machtkampf zwischen Geiger und Horngacher sei - samt gegenseitigen Beschuldigungen und Intrigen. Ein Gerücht, das von beiden Seiten stets vehement zurückgewiesen wurde.
wien.ORF.at; 6.6.06
Der suspendierte interimistische Leiter der Wiener Kriminalabteilung, Ernst Geiger, bekommt einen Prozess wegen Amtsmissbrauchs. Geiger soll Termine von Razzien verraten haben. Nun drohen fünf Jahre Haft.
Geiger bekommt Prozess
wien.ORF.at; 31.5.06
Der Hauptverdächtige in der so genannten Sauna-Affäre befindet sich wieder auf freiem Fuß. Der Sauna-Besitzer wurde gegen gelindere Mittel aus der Haft entlassen. Der Tatverdacht bleibt aufrecht.
Hauptverdächtiger auf freiem Fuß
wien.ORF.at; 31.3.06
Im Fall des suspendierten Wiener Kripo-Chefs Ernst Geiger sind jetzt Vorwürfe von Polizei-Insidern laut geworden, die Suspendierung sei Teil einer polizeiinternen Intrige. Die Polizeispitze dementiert das heftig.
Causa Geiger - alles nur eine Intrige?
Quelle: ORF Wien, 10.6.2006
http://wien.orf.at/stories/114977/