Freitag, 5. Mai 2006
Erst der Mord, dann das Vergnügen Martin Blank, Profikiller in der Sinnkrise, erhält eine Einladung zum Klassentreffen seiner ehemaligen Highschool. Obwohl er keine Lust verspürt, an dem Treffen teilzunehmen, drängen ihn seine Sekretärin und sein Psychiater dazu, die Ehemaligen-Veranstaltung zu besuchen. Als in seiner Heimatstadt auch noch ein lukrativer Job lockt, gibt Martin klein bei und fährt nach Grosse Pointe. Eine fatale Entscheidung, denn es erwartet ihn nicht nur ein Wiedersehen mit seiner Jugendliebe Debi, sondern auch der missgünstige Kollege Mr. Grocer...
Grosse Pointe Blank - Erst der Mord, dann das Vergnügen, Schwarze Komödie, USA 1997 VOX, Samstag, 06.05.2006, 20.15 Uhr
Martin Blank hat eigentlich keinen Grund zu klagen. Als eiskalter Profikiller gehört er zu den Besten seines Gewerbes und erfreut sich eines stets gut gefüllten Bankkontos. Obendrein hat er es zu einem eigenen "Büro" gebracht, in dem sich seine Sekretärin Marcella um die Koordination und Planung der "Geschäfte" kümmert. Dennoch ist Martin zurzeit nicht ganz wohl in seiner Haut. Aber es sind nicht etwa Reuegefühle, die ihn in seiner blutigen Profession plagen, sondern eine grundlegende Sinnkrise, eine innere Leere, die sich immer mehr in ihm ausbreitet. Nur mit seinem - aus verständlichen Gründen recht nervösen - Psychiater Dr. Oatman kann Martin über seine Probleme reden, die womöglich darauf zurückzuführen sind, dass Martin vor zehn Jahren seine Jugendliebe Debi vor dem Abschlussball sitzen ließ und seither keinerlei Kontakt mit ihr hatte. Ausgerechnet in dieser Situation flattert in Martins Büro die Einladung zum Ehemaligen-Treffen in seiner Heimatstadt Grosse Pointe.
Obwohl Martin nicht die geringste Lust verspürt, an dem Klassentreffen teilzunehmen, drängen ihn sowohl Marcella als auch Dr. Oatman dazu, sich dem Treffen zu stellen. Doch was soll er seinen Klassenkameraden von einst erzählen? Dass er den Präsidenten von Paraguay mit einer Gabel erledigt hat? Coole Geschichte, aber nicht die Art von Anekdoten, die man auf einem Klassentreffen von sich gibt. Erst als Marcella ihm einen lukrativen Job in der Gegend besorgt, lässt sich Martin erweichen und gibt klein bei. Immerhin lockt ihn die Aussicht, Debi endlich einmal wiederzusehen, die inzwischen bei einem Radiosender arbeitet. Als Martin in seinem Heimatstädtchen eintrifft und als Erstes sehen muss, dass sein Elternhaus abgerissen wurde, um einem Supermarkt Platz zu machen, schwant ihm schon, dass sein flaues Gefühl im Magen nicht von Ungefähr kommt. In der Tat sind ihm die fortwährenden Begegnungen mit seinen Schulkameraden von damals alles andere als angenehm, und als er auch noch Debi wieder trifft, die ihn im Radio mächtig runterzieht, obwohl in ihm alte Gefühle wieder aufkeimen, fühlt sich Martin elender als je zuvor.
Aber es kommt noch dicker: Ausgerechnet in Grosse Pointe trifft Martin auf seinen "Kollegen" und Erzrivalen Mr. Grocer, der um jeden Preis eine "Gewerkschaft der Profikiller" gründen will. Als Martin sich weigert, der Zunft beizutreten, wird Grocer mächtig übellaunig und will Martin aus dem Weg räumen. Schließlich wird der gestresste Killer nicht nur von seiner Vergangenheit eingeholt, sondern muss sich auch noch mit Grocers Killern und des Weiteren mit einem rachsüchtigen ehemaligen Auftraggeber herumschlagen, der ihm das bevorstehende Klassentreffen gründlich verleidet...
Zynisch, makaber, subversiv, intelligent und garantiert sehr, sehr komisch ist George Armitages in bewährt distanziert-ironischer Weise inszenierte schwarze Komödie um einen Profikiller in der Sinnkrise ausgefallen. Mit bizarren Charakteren, übersteigerter Situationskomik und bisweilen höchst skurrilen Dialogen nimmt Armitage den amerikanischen (Alp-)Traum vom Streben nach beruflichem Erfolg und dem ruhigen Leben in den Vorstädten aufs Korn und reitet einen Großangriff auf uramerikanische Wert- und Moralvorstellungen. Dennoch kommt in "Grosse Pointe Blank" auch die Romantik nicht zu kurz. Und bei den clever in Szene gesetzten Shootouts, die direkt aus John-Woo- oder Quentin-Tarantino-Filmen stammen könnten, kommen auch Fans der härteren Action-Ware auf ihre Kosten. Schließlich trägt nicht zuletzt auch der exzellente Soundtrack mit coolen 80er-Jahre-Hits von Bands wie u. a. The Clash, Echo & The Bunnymen, The Pixies, Motörhead, The Cure, David Bowie, a-ha und The Specials viel dazu bei, dass "Grosse Pointe Blank" ein Garant für einen vergnüglichen Fernsehabend ist.
Als herrlich unscheinbarer und neurotischer Profikiller mit Identitätskrise ist John Cusack ("Being John Malkovich", "High Fidelity", "Identität"), der den Film auch co-produzierte, ganz in seinem Element. Der prinzipientreue und selbstbewusste Schauspieler mit dem Faible für schräge Vögel ist in der Auswahl seiner Rollen sehr wählerisch und wenig kompromissbereit. So lehnte er einen tragenden Part in dem Kassenknüller "Ein unmoralisches Angebot" ebenso ab wie eine Rolle in dem Blockbuster "Apollo 13". Begründung in beiden Fällen: Die Stories seien "idiotisch". Zuletzt überzeugte Cusack in Gary Fleders Martin Blank, Profikiller in der Sinnkrise, erhält eine Einladung zum Klassentreffen seiner ehemaligen Highschool. Obwohl er keine Lust verspürt, an dem Treffen teilzunehmen, drängen ihn seine Sekretärin und sein Psychiater dazu, die Ehemaligen-Veranstaltung zu besuchen. Als in seiner Heimatstadt auch noch ein lukrativer Job lockt, gibt Martin klein bei und fährt nach Grosse Pointe. Eine fatale Entscheidung, denn es erwartet ihn nicht nur ein Wiedersehen mit seiner Jugendliebe Debi, sondern auch der missgünstige Kollege Mr. Grocer...
Martin Blank hat eigentlich keinen Grund zu klagen. Als eiskalter Profikiller gehört er zu den Besten seines Gewerbes und erfreut sich eines stets gut gefüllten Bankkontos. Obendrein hat er es zu einem eigenen "Büro" gebracht, in dem sich seine Sekretärin Marcella um die Koordination und Planung der "Geschäfte" kümmert. Dennoch ist Martin zurzeit nicht ganz wohl in seiner Haut. Aber es sind nicht etwa Reuegefühle, die ihn in seiner blutigen Profession plagen, sondern eine grundlegende Sinnkrise, eine innere Leere, die sich immer mehr in ihm ausbreitet. Nur mit seinem - aus verständlichen Gründen recht nervösen - Psychiater Dr. Oatman kann Martin über seine Probleme reden, die womöglich darauf zurückzuführen sind, dass Martin vor zehn Jahren seine Jugendliebe Debi vor dem Abschlussball sitzen ließ und seither keinerlei Kontakt mit ihr hatte. Ausgerechnet in dieser Situation flattert in Martins Büro die Einladung zum Ehemaligen-Treffen in seiner Heimatstadt Grosse Pointe.
Obwohl Martin nicht die geringste Lust verspürt, an dem Klassentreffen teilzunehmen, drängen ihn sowohl Marcella als auch Dr. Oatman dazu, sich dem Treffen zu stellen. Doch was soll er seinen Klassenkameraden von einst erzählen? Dass er den Präsidenten von Paraguay mit einer Gabel erledigt hat? Coole Geschichte, aber nicht die Art von Anekdoten, die man auf einem Klassentreffen von sich gibt. Erst als Marcella ihm einen lukrativen Job in der Gegend besorgt, lässt sich Martin erweichen und gibt klein bei. Immerhin lockt ihn die Aussicht, Debi endlich einmal wiederzusehen, die inzwischen bei einem Radiosender arbeitet. Als Martin in seinem Heimatstädtchen eintrifft und als Erstes sehen muss, dass sein Elternhaus abgerissen wurde, um einem Supermarkt Platz zu machen, schwant ihm schon, dass sein flaues Gefühl im Magen nicht von Ungefähr kommt. In der Tat sind ihm die fortwährenden Begegnungen mit seinen Schulkameraden von damals alles andere als angenehm, und als er auch noch Debi wieder trifft, die ihn im Radio mächtig runterzieht, obwohl in ihm alte Gefühle wieder aufkeimen, fühlt sich Martin elender als je zuvor.
Aber es kommt noch dicker: Ausgerechnet in Grosse Pointe trifft Martin auf seinen "Kollegen" und Erzrivalen Mr. Grocer, der um jeden Preis eine "Gewerkschaft der Profikiller" gründen will. Als Martin sich weigert, der Zunft beizutreten, wird Grocer mächtig übellaunig und will Martin aus dem Weg räumen. Schließlich wird der gestresste Killer nicht nur von seiner Vergangenheit eingeholt, sondern muss sich auch noch mit Grocers Killern und des Weiteren mit einem rachsüchtigen ehemaligen Auftraggeber herumschlagen, der ihm das bevorstehende Klassentreffen gründlich verleidet...
Zynisch, makaber, subversiv, intelligent und garantiert sehr, sehr komisch ist George Armitages in bewährt distanziert-ironischer Weise inszenierte schwarze Komödie um einen Profikiller in der Sinnkrise ausgefallen. Mit bizarren Charakteren, übersteigerter Situationskomik und bisweilen höchst skurrilen Dialogen nimmt Armitage den amerikanischen (Alp-)Traum vom Streben nach beruflichem Erfolg und dem ruhigen Leben in den Vorstädten aufs Korn und reitet einen Großangriff auf uramerikanische Wert- und Moralvorstellungen. Dennoch kommt in "Grosse Pointe Blank" auch die Romantik nicht zu kurz. Und bei den clever in Szene gesetzten Shootouts, die direkt aus John-Woo- oder Quentin-Tarantino-Filmen stammen könnten, kommen auch Fans der härteren Action-Ware auf ihre Kosten. Schließlich trägt nicht zuletzt auch der exzellente Soundtrack mit coolen 80er-Jahre-Hits von Bands wie u. a. The Clash, Echo & The Bunnymen, The Pixies, Motörhead, The Cure, David Bowie, a-ha und The Specials viel dazu bei, dass "Grosse Pointe Blank" ein Garant für einen vergnüglichen Fernsehabend ist.
Als herrlich unscheinbarer und neurotischer Profikiller mit Identitätskrise ist John Cusack ("Being John Malkovich", "High Fidelity", "Identität"), der den Film auch co-produzierte, ganz in seinem Element. Der prinzipientreue und selbstbewusste Schauspieler mit dem Faible für schräge Vögel ist in der Auswahl seiner Rollen sehr wählerisch und wenig kompromissbereit. So lehnte er einen tragenden Part in dem Kassenknüller "Ein unmoralisches Angebot" ebenso ab wie eine Rolle in dem Blockbuster "Apollo 13". Begründung in beiden Fällen: Die Stories seien "idiotisch". Zuletzt überzeugte Cusack in Gary Fleders Grisham-Adaption "Das Urteil - Jeder ist käuflich" an der Seite von Dustin Hoffman und Gene Hackman sowie in der romantischen Komödie "Frau mit Hund sucht Mann mit Herz" neben Diane Lane. Vor kurzem hat er die tiefschwarzen Komödie "Ice Harvest" unter der Regie von Harold Ramis abgedreht. Darin spielt er den Rechtsanwalt Charlie Arglist, der die örtliche Mafia um einen Koffer voller Geld gebracht hat und sich seitdem auf dünnem Eis bewegt.
Als Cusacks schräge Sekretärin Marcella überzeugt seine Schwester Joan, die unter anderem auch in "High Fidelity" an seiner Seite agierte und zuletzt zusammen mit ihm für die Tragikomödie "The Martian Child" vor der Kamera stand. Daneben kennt man die Schauspielerin, die zuletzt in Garry Marshalls Komödie "Eine Liebe auf Umwegen" und in der Sportkomödie "Die Eisprinzessin" im Kino zu sehen war, aus Filmen wie "Arlington Road", "Die Braut, die sich nicht traut", "In & Out - Rosa wie die Liebe" und "School Of Rock". Die weibliche Hauptrolle jedoch übernahm Minnie Driver ("Das Phantom der Oper", "Good Will Hunting"). Gewohnt wandlungsfähig und wie immer sehr souverän ist auch Dan Aykroyd ("Blues Brothers", "Ghostbusters", "Miss Daisy und ihr Chauffeur") in der Rolle des rivalisierenden Killers Mr. Grocer. Er war zuletzt unter anderem neben Tim Allen und Jamie Lee Curtis in der Weihnachtskomödie "Verrückte Weihnachten" im Kino zu sehen.
"Waren Tarantinos Gangster schon erschreckend und komisch normal, ist Martin ein Gangster wie du und ich. Und seine Bekehrung am Ende keine Frage der Moral - eher eine Notwendigkeit der Psychohygiene." (Süddeutsche Zeitung)
Grosse Pointe Blank - Erst der Mord, dann das Vergnügen Schwarze Komödie, USA 1997 VOX, Samstag, 06.05.2006, 20.15 Uhr
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