In einem Erdkeller ist das Skelett der seit fünf Jahren vermissten Julia Kührer
gefunden worden, ein Mann gilt als Hauptverdächtiger. In der ORF-Sendung Thema
hat er ein ausführliches Interview gegeben. "Ein paar Mal bei mir im
Geschäft"
Michael K. ist ein großgewachsener und bullig wirkender Mann, er kannte Julia
Kührer, soll sogar ein Vertrauter der damals 16-Jährigen gewesen sein,
behaupten Freunde des Mädchens.
Michael K. streitet das jedoch ab: "Das ist ein absoluter Blödsinn, sie
war mit ihrem Freund ein paar Mal bei mir im Geschäft, nicht mehr", sagte
Michael K. Michael K. vermutet, dass er vorverurteilt wird, und es
keine Suche mehr nach dem richtigen Täter gäbe.
Verdächtiger beteuert Unschuld
Michael K. führte die Videothek direkt gegenüber von Julia Kührers Elternhaus
in Pulkau. Viele im Ort und in der Umgebung glauben, dass er etwas mit Julias
Tod zu tun habe. Auch für die Polizei gilt er als Verdächtiger.
Michael K. beteuert seine Unschuld: "Das ist das, was mich auch wurmt,
weil ich mir denke, 'du bist es net und wirst scho verurteilt und willst dass
die den Richtigen einmal finden oder suchen', aber ich habe das Gefühl
nicht."
Kurz nach Julia's Verschwinden hatte Michael K. seine Videothek zugesperrt, war
aus seinem Haus ausgezogen und nach Wien übersiedelt. "Das Geschäft ist
nicht mehr gegangen, die Miete war zu zahlen, die Stromkosten und der
Filmeinkauf waren zu teuer." Das Haus in Dietmannsdorf blieb im Besitz von
Michael K.
Keine Erklärung für den Fundort
Vor zwölf Tagen wurde auf seinem Grundstück im Erdkeller schließlich das
Skelett von Julia Kührer gefunden. Wie es dort hingekommen ist, weiß Michael K.
nicht: "Julia Kührer ist seit fünf Jahren verschwunden, seit fünf Jahren
hat niemand etwas gesehen oder gesagt, dass ich es war."
"Die Polizei hat da gesucht, und jetzt findet man sie bei mir im Keller.
Und auf einmal weiß ein jeder, sie war schon immer dort. Ich denke, die Leute
spinnen sich irgendwas zusammen, weil hätten sie damals schon was gesehen,
hätten sie ja anrufen können - die Polizei wäre dagewesen, und alles hätte sich
geklärt. Nur es wusste ja niemand etwas", so Michael K.
Michael K. und sein Anwalt behaupteten immer wieder, Julia Kührer könnte ein
Opfer von Drogenmissbrauch gewesen sein. Den Mord an Julia Kührer wolle man ihm
nun anhängen, so Michael K.: "So wie es aussieht schon. Ich denke aber,
(der wirkliche Täter , Anm. d. Red.) wollte es mir nicht unterschieben. Der hat
nur gewusst, das Haus ist leer gestanden, dass unten ein Erdkeller ist. Und das
ist ideal." Polizei hat noch viele Fragen zu klären
Es steht nun kriminalistische Kleinarbeit auf dem Programm: Während Ermittler
des Landeskriminalamtes Niederösterreich gleich an mehreren Orten versuchen,
weitere Spuren zu sichern, untersucht ein medizinischer Sachverständiger das
Skelett auf Todesursache und Todeszeitpunkt.
Videothek des Verdächtigen wird ebenfalls durchsucht.
Stück für Stück wird das Skelett von Julia Kührer seit der Vorwoche auf
tödliche Verletzungen untersucht. Daneben sollen toxikologische Untersuchungen
zeigen, ob Drogen oder Medikamente im Spiel gewesen sind, do der
Gerichtsmediziner Wolfgang Denk.
Durch die genaue Untersuchung der Knochen hofft man, auch den Zeitpunkt des
Todes feststellen zu können. Am Fundort des Skeletts in Dietmannsdorf sucht die
Polizei unterdessen nach weiteren Spuren, in Pulkau wird auch die ehemalige
Videothek des Tatverdächtigen 50-Jährigen durchsucht. Untersuchungshaft kann
verhängt werden
Mit den Ergebnissen der Spurensuche will die Staatsanwaltschaft Korneuburg
Beschwerde gegen die Enthaftung des verdächtigen Wieners einlegen, sie hat
dafür noch bis Ende der Woche Zeit.
Das Oberlandesgericht Wien wird dann entscheiden, ob der 50-Jährige auf freiem
Fuß bleibt oder doch in Untersuchungshaft muss. TV-Hinweis
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"Thema"
on Demand
noe.ORF.at; 8.7.11
DNA-Test
bestätigt: Skelett von Julia Kührer
Quelle: ORF NÖ, 12.7.2011
URL zum Artikel: http://noe.orf.at/stories/526124/