Zwischen James Bond und Sherlock Holmes, zwischen Technik
und Psychologie bewegt sich der Berufsalltag echter Detektive. Für Kunden
beobachten sie andere Menschen und sammeln Beweise. Eine richtige Ausbildung
gibt es dafür nicht. Detektiv Andreas Uslaub erzählt von dieser nicht
alltäglichen Tätigkeit.
(KREIS SIGMARINGEN/sz) Im Telefonbuch steht unter Beuron der
Eintrag "Detektivbüro" und dazu eine Handynummer. Wählt man die
Nummer an, meldet sich Detektiv Andreas Uslaub. In Beuron gibt es eine Filiale
seines Unternehmens; der dortige Mitarbeiter wird gedeckt, sein Name erscheint
nicht. Nur Uslaub tritt offiziell auf. Es ist eine Sache der Diskretion, um den
Mitarbeiter vor der Gewalt Rachsüchtiger zu schützen und den Erfolg künftiger
Ermittlungen nicht zu gefährden.
Seit 20 Jahren ist Uslaub in diesem Metier. Seine Kunden
sind Rechtsanwälte, Unternehmer und Privatleute. "Obwohl heute bei
Scheidungen die Schuldfrage rechtlich nicht mehr relevant ist, lassen viele
ermitteln, ob der Partner tatsächlich fremd geht und mit wem", berichtet
Uslaub. Der verdächtige Partner wird beobachtet, wobei es allerdings viel zu
teuer ist, mit mehreren Autos und Fahrern, ein Bewegungsprofil zu erstellen.
Uslaub setzt modernste Technik ein, Elektronik, die er im Ausland erwirbt oder
selbst zusammenbaut. "Es sind ganz kleine Sender, dann sehen wir auf dem
Bildschirm, wo er sich gerade befindet und zeichnen per Satellit seine
Bewegungen auf", erklärt er lässig.
Uslaub hat mehrere Utensilien, um sich unkenntlich zu
machen. Mehrere Autos stehen in seinem Fuhrpark. Sender, Infrarot- und
Funkkameras, die so klein sind wie ein zwanzig Cent Stück, kommen zum Einsatz.
Vor Gericht sind die Ergebnisse als Beweismittel zwar nicht gültig, aber der
Kunde wird in seinen Fragen erst mal zufrieden gestellt.
Nicht alle Mittel, die Uslaub anwendet, sind immer
hundertprozentig legal, "aber was soll’s: Auftrag ist Auftrag." Auf
den Erfolg kommt es ihm an, denn seine Kunden bezahlen, um Gewissheit auf ihre
Fragen und über ihre Zweifel zu haben. Manchmal sind die Ergebnisse für den
Auftraggeber zwar niederschmetternd, aber Uslaub sieht es als Fairness, alle
Ergebnisse vorzulegen.
Die Aufträge, die Uslaub annimmt, sind sehr unterschiedlich.
Einmal habe ein Ehepaar einen teuren Rassehund verkauft, aber das Geld nicht
bekommen. Selbst das Einschalten des Gerichts habe keinen Erfolg gebracht. So
hat das Ehepaar Uslaub gebeten, den Hund zurückzubringen. Ein anderes Mal kam
eine alte Dame ins Büro und erklärte, die Familie wolle sie entmündigen lassen.
Seltsame Dinge passierten im Haus, die ihr als Zeichen von Demenz angelastet
wurden. Mit versteckten Kameras gelang es Uslaub nachzuweisen, dass der Neffe,
der in Geldnot war, manipulierte. "In Mode sind Vaterschaftstests gekommen.
Wir lassen sie in einem Labor vornehmen, die Kunden bezahlen dafür",
erzählt Uslaub. Wenn ein Unternehmer von einem Schuldner, trotz Einsatz des
Gerichts, sein Geld nicht bekommt, lässt er Uslaub nach dem tatsächlichen
Vermögen des Schuldners ermitteln.
Im Landkreis hat Uslaub jährlich in 15 bis 20 Straftaten und
rund 60 Privatangelegenheiten zu ermitteln. Strafrechtliche Ermittlungen sind
teurer, weil sie gefährlicher sind. Es gibt Warenhäuser, die gegen Diebstahl
ermitteln lassen. Es gibt Frauen, die ihre Partner verdächtigen, mit Drogen zu
handeln. Da kann es schon mal zur Sache gehen. Uslaub legt das Ergebnis seiner
Ermittlungen der Polizei vor, die weitere Schritte unternimmt. "Wir sind
mit anderen Detektivbüros und Psychologen vernetzt. Wir arbeiten oftmals mit
der Polizei und dem Zoll zusammen", erklärt Uslaub.