Wien (OTS) -
"Mit Bestürzung und Empörung verfolgen Öffentlichkeit und Medien die
Vorgänge rund um Überwachungen von Abgeordneten. Es ist Einiges faul im Staate
Österreich! Das macht nachdenklich und veranlasst das BZÖ notwendige Schritte
zu setzen.
Nachdem hier auch alle anderen Parteien über diese Entwicklungen
besorgt sind, tritt das BZÖ für einen Untersuchungsausschuss zu Bespitzelungen
und Überwachungen ein und befindet sich hier auf einer Linie mit den beiden
anderen Oppositionsparteien, denn offensichtlich gibt es mittlerweile einen
Staat im Staat", kündigt heute BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher in einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit Justizsprecher Ewald Stadler und
Generalsekretär Stefan Petzner an. Hintergrund der Initiative des BZÖ ist die
Überwachung des BZÖ-Abgeordneten Peter Westenthaler aber auch Abgeordneter
anderer Parteien. Bucher appelliert auch an SPÖ und ÖVP, diesen
parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu unterstützen. "Auch bei den Regierungsparteien
gibt es den Verdacht, dass hier nicht richtig informiert wird, dass es
mittlerweile einen "Staat im Staat" gibt", so Bucher. Während
die gewählten Volksvertreter Gesetze demokratisch beschließen, würden sich
Teile der Justiz und Exekutive anscheinend ihre eigenen Gesetze machen.
"Diesem Verdacht muss nachgegangen werden, diese Vorwürfe müssen
aufgeklärt werden. Ich appelliere an alle Parteien, dieser Initiative des BZÖ
zu folgen". Es handle sich bei der Causa der Überwachung des Abgeordneten
Westenthaler offensichtlich nur um die Spitze des Eisberges. Auch andere
Parteien seien hier betroffen. Bucher machte deutlich klar, dass der U-Ausschuss
sich nicht gegen die derzeitigen Ministerinnen für das Innen- und Justizressort
richte, sondern gegen Missbräuche und Auswüchse des Apparates. "Die
Vorfälle bestürzen und deshalb muss der U-Ausschuss als Schritt für mehr
Sicherheit und Gerechtigkeit für alle Bürger kommen", so Bucher. BZÖ-Justizsprecher
Ewald Stadler, der ja auch Bürgeranwalt des BZÖ ist, erläuterte ausführlich die
Causa Westenthaler. Peter Westenthaler wurde am neunten Februar 2009 von der
Staatsanwaltschaft als Zeuge einvernommen. Dort erfuhr er erstmals von der Rufdatenerfassung
am 14. August 2008. Westenthaler schrieb noch am selben Tag einen Brief an den
leitenden Staatsanwalt Schneider. (Siehe OTS0170 vom 09.07.), der bis heute
nicht beantwortet wurde, obwohl das Auskunftsbegehren eines Zeugen innerhalb
von acht Wochen zu beantworten ist. Hier prüfe auch das Justizministerium. Wenn
die Justizministerin hier die Überwachung Westenthalers als gerechtfertigt
ansehe, wo selbst das BIA auf Probleme hingewiesen habe und die
Staatsanwaltschaft auf dieser Vorgangsweise beharrt hat, dann sei dies falsch.
Es gebe nämlich einen Erlass des Justizministeriums, der deutlich regle, dass
eine Rufdatenerfassung nur dann gerechtfertig sei, wenn ein Verdächtiger einen
Abgeordneten anrufe. "Das ist hier offensichtlich nicht der Fall und deshalb
war die Vorgangsweise klar gesetzeswidrig". Auch Innenministerin Fekter sei hier
offensichtlich nicht oder falsch informiert worden, denn sie habe auf eine
Anfrage des SPÖ-Abgeordneten Parnigoni, ob es Untersuchungen gegen Mitglieder
des damaligen Innenministeriums-Untersuchungsausschusses (Westenthaler war
BZÖ-Fraktionsführer) gebe, dies klar verneint, obwohl Westenthaler überwacht
wurde. "Dieser Augiasstall muss ausgemistet werden. Wehret den Anfängen.
Egal ob Bürger, Journalist oder Politiker. Hier sind die Grundrechte gefährdet
und es gilt die Freiheit zu bewahren. Auch Staatsanwälte und BIA leben nicht im
rechtsfreien Raum und müssen Kontrolle unterliegen", so Stadler. BZÖ-Generalsekretär
Stefan Petzner machte auf den Umstand aufmerksam, dass die Überwachung
Westenthalers am 14. August 2008 genau zeitgleich mit der Präsentation Jörg
Haiders als Spitzenkandidat des BZÖ erfolgte. Westenthaler war am 14. August
von 11.00 bis 14.00 Uhr überwacht worden. "Genau während dieser drei
Stunden gab es eine Bündnisteamsitzung des BZÖ (Parteivorstand), wo die Weichen
für die Nationalratswahl gestellt wurden und Jörg Haider als Spitzenkandidat des
BZÖ vorgestellt wurde. Ein sehr eigenartiger Zufall", so Petzner. Solche
Vorgänge gebe es immer nur im Zusammenhang mit dem ÖVP-Innenministerium und
BIA, wie auch der roten Staatsanwaltschaft. "Ein Untersuchungsausschuss
ist notwendig zum Schutz der Bürger", so Petzner.
Rückfragehinweis:
Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ
Das wäre eigentlich ein handfester Skandal, der die Republik erschüttern sollte. Komisch: die Zeitungen schreiben aber nichts darüber...
Ah ja - geht ja nur gegen das BZÖ...