Der Dialog (Originaltitel: The Conversation) ist ein US-amerikanischerSpielfilm von
Francis Ford Coppola aus dem Jahr 1974, der
Elemente des Thrillers
und des Psychodramas
vereint. Mit der Geschichte um den Abhörspezialisten Harry Caul, der sich durch
seine Bespitzelungstätigkeit in einen Mord verstrickt, schuf Produzent, Autor
und Regisseur Coppola einen Film, dessen Leitmotive die Paranoia und
die Schuldgefühle der Hauptfigur bilden. Der Film schöpft in besonderem Maße
die künstlerische Freiheit aus, die in der amerikanischen Filmindustrie Ende
der 1960er Jahre unter dem Schlagwort „New
Hollywood“ entstanden war. Die Eröffnungssequenz bietet einen Blick auf den Union Square in San
Francisco aus der Vogelperspektive. Die Kamera fährt herab und zeigt einen Pantomimen.
Unter den Passanten, die der Pantomime nachahmt, befindet sich ein Mann, dem
die Imitation und die Aufmerksamkeit, die dadurch erregt wird, sichtlich
unangenehm sind. Der Mann ist der Überwachungsexperte, Abhörspezialist und
Hobbysaxophonist Harry Caul, der mit seinem Team, postiert auf dem Platz und in
den umliegenden Hochhäusern, das junge Paar Ann und Mark überwacht und ihre
Unterhaltung auf Tonbändern
aufnimmt. Nach der Observation kehrt Harry in sein hochgesichertes Appartement
zurück, wo ihn der Einbruch seiner Vermieterin in seine Privatsphäre erzürnt.
In seinen Geschäftsräumen in einer alten Fabriketage schneidet Harry im Beisein
seines Mitarbeiters Stan die Tonbänder der Observation zu einer einzigen
Version zusammen. Dabei weist er Stan schroff zurecht, als dieser mehr über die
Hintergründe des Auftrags wissen möchte. Die goldene Regel ihres Gewerbes sei
die Nichteinmischung in die Angelegenheiten der Klienten, so Harry. Bei einem
Anruf aus einer Telefonzelle erfährt er, dass sein Auftraggeber, der
„Direktor“, nicht zu erreichen ist. Harry besucht seine Geliebte Amy in deren
Wohnung, verlässt sie aber schnell wieder, als sie beginnt, ihm persönliche
Fragen zu stellen. Am nächsten Tag sucht Harry die Firma des Direktors auf, um
diesem die Bänder persönlich auszuhändigen, wird jedoch von dessen Assistenten
Martin Stett empfangen. Als Harry sich weigert, Stett die Aufnahmen zu
übergeben, gibt dieser ihm zu verstehen, dass die Bänder gefährlich seien und
warnt ihn vor persönlicher Einmischung. Beim Verlassen der Firma trifft Harry
sowohl auf Mark als auch auf Ann, die mit ihm im Aufzug fährt. In seine
Werkstatt zurückgekehrt, hört Harry die Bänder wieder und wieder ab, um hinter
ihr Geheimnis zu kommen (womit er nun selbst gegen die goldene Regel der
Nichteinmischung verstößt). Er stößt schließlich auf eine von Störgeräuschen
überlagerte Passage, aus der er nach Einsatz eines Entstörfilters den Satz “He’d
kill us if he got the chance.? („Er würde uns umbringen, wenn er es könnte.“)
herauszuhören glaubt. Harry, nun in Sorge, seine Arbeit könnte den jungen
Leuten Schaden zufügen, geht in eine Kirche und beichtet seine
Bedenken. Tags darauf nimmt Harry an einer Messe für Sicherheits- und
Abhörtechnik teil. Er entdeckt, dass Martin Stett ebenfalls auf der
Veranstaltung ist und fühlt sich verfolgt. Er erfährt außerdem, dass sein
Mitarbeiter Stan inzwischen zu seinem Konkurrenten Bernie Moran übergelaufen
ist. Am Abend feiert Harry zusammen mit Stan, Moran und einigen anderen Gästen
eine spontane Party in seinen Geschäftsräumen. Moran enthüllt, dass Harry durch
seine frühere Tätigkeit den Tod von drei Menschen mitverschuldet hat. Das
Showgirl Meredith bleibt auch nach Ende der Party bei Harry und hat Sex mit
ihm. In dieser Nacht träumt Harry von Anns Ermordung. Am nächsten Tag ist Meredith
mit den Tonbändern verschwunden. In seinem Appartement bekommt Harry einen
Anruf Martin Stetts auf seine Geheimnummer und erfährt, dass der Direktor nun
im Besitz der Bänder ist. Harry wird gebeten, seine Entlohnung abzuholen und
begibt sich erneut in das Büro des Direktors, wo dieser gemeinsam mit seinem
Assistenten Stett die Bänder durchhört. Harry, dessen emotionale Verstrickung
in den Auftrag inzwischen unübersehbar ist, verlangt Auskunft darüber, welches
Schicksal den Observierten drohen werde, erhält jedoch keine Antwort. Mit einer
Mischung aus Wut, Verzweiflung und Ohnmacht verlässt er aufgebracht das
Gebäude. Harry mietet sich ins Jack Tarr Hotel ein, da er von den Tonbändern
weiß, dass dieses der Treffpunkt des observierten Pärchens ist. Im angrenzenden
Hotelzimmer installiert er ein Mikrofon in der Wand und belauscht eine heftige
verbale Auseinandersetzung zwischen dem Direktor und Ann. Als Harry daraufhin
auf den Balkon hinaustritt, spielt sich die Mordszene aus seinem Albtraum
direkt vor seinen Augen ab. Harry kann nicht hinsehen und stürzt in Panik
zurück in sein Zimmer, wo er sich unter der Bettdecke verkriecht. Erst Stunden
später verschafft er sich Zugang zum Nebenzimmer, das inzwischen verlassen ist
und in dem nichts auf ein Verbrechen hinzudeuten scheint. Als Harry jedoch die
Toilettenspülung bedient, quillt ihm aus dem verstopften Abfluss Blut entgegen.
Harry will den Direktor in dessen Firma zur Rede stellen, doch statt seiner ist
es Ann, die er lebend in einem Auto entdeckt; einer Zeitungsmeldung entnimmt
er, dass der Direktor bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Harry muss
erkennen, dass er sich in seiner Wahrnehmung vollkommen getäuscht hatte. Nicht
Ann, sondern der Direktor wurde ermordet, die vermeintlichen Opfer waren in
Wahrheit die Täter und vertuschten den Mord im Hotel als Verkehrsunfall. Wie
Harry nun ebenfalls klar wird, musste die verzerrte Passage auf dem Tonband,
die ihn auf die falsche Fährte gelockt hatte, korrekterweise nicht „Er würde
uns umbringen, wenn er es könnte.“ lauten, sondern „Er würde uns umbringen,
wenn er es könnte.“. Der winzige Betonungs-, jedoch gewaltige
Bedeutungsunterschied, der ihm zuvor entgangen war, hatte die folgenschwere
Fehlinterpretation ausgelöst. (Hinweis: Der Betonungsunterschied ist in der
deutschen Synchronfassung nicht zu hören.) Nach der Rückkehr in seine Wohnung
erhält Harry einen erneuten Anruf von Martin Stett, der ihn vor weiterer
Einmischung warnt und ihm mitteilt, er werde abgehört. Als Beweis spielt Stett
ihm einen Tonbandmitschnitt seines Saxophonspiels vor. Auf der Suche nach der
Wanze zerlegt Harry seine komplette Wohnungseinrichtung, wobei er auch vor
einer Marienstatuette aus Plastik nicht haltmacht. Die
letzte Einstellung zeigt Harry in seiner zerstörten Wohnung, Saxophon spielend.
Er hat das versteckte Mikrofon nicht gefunden. Via Wikipedia