Vorführverbot für Kannibalenfilm
Wie in Focus TV am 5.3.2006, zu sehen war, schwirren im Internet unzensurierte Bilder aus den Ermittlungsakten herum! Der Film soll nur verhindert worden sein, weil Meiwes Filmrechte anderswertig vergeben sind. Es geht nur ums Geld. Offiziell verlautet Meiwes Anwalt, dass Meiwes nicht als Monster dargestellt werden will, wie es in dieser aufwendigen Hollywoodproduktion der Fall sein soll.
Kurier, 3.3.2006



Kurz vor dem geplanten Kinostart des Kannibalen-Films "Rothenburg" hat das Frankfurter Oberlandesgericht die Vorführung des Streifens in Deutschland verboten. Die Persönlichkeitsrechte des so genannten Kannibalen von Rothenburg, Armin Meiwes, wögen schwerer als die Kunst- und Filmfreiheit, entschied das Gericht am Freitag in Kassel. Es ist das erste Mal in Deutschland, dass ein Gericht die Aufführung eines Kinofilms wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte verboten hat.
Über den für 10. März vorgesehenen Österreichstart sei noch keine Entscheidung gefallen, diese sei nicht vor Montag zu erwarten, hieß es beim "Constantin"-Filmverleih. Normalerweise gebe es jedoch ohne Deutschland- auch keinen Österreichstart.
Privatleben
Der Streifen schildere das Privatleben und die blutige Tat des Kannibalen detailgetreu in reißerischer und bloßstellender Weise, befand das deutsche Gericht. Das sei ein schwerer und rechtswidriger Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Das Urteil ist unanfechtbar. Die unterlegene Produktionsfirma könnte jedoch Verfassungsbeschwerde einlegen oder ein neues, und voraussichtlich langwieriges Verfahren in der Hauptsache einleiten. Bei Zuwiderhandlung drohen Produktionsfirma und Verleih ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro oder bis zu sechs Monaten Haft, falls der Film "vervielfältigt, beworben oder auf andere Weise in Verkehr gebracht wird".
Kunstfreiheit
Das Gericht gab mit seinem Urteil einer einstweiligen Verfügung statt, die Meiwes gegen die amerikanische Produktionsfirma Atlantic Streamline angestrengt hatte. Obwohl der reale "Kannibale" mit seiner beispiellosen Tat ein großes Medieninteresse hervorgerufen habe, bedeute dies nicht, dass er sich ohne Einwilligung zum Gegenstand eines Horrorfilms machen lassen müsse. Die Kunstfreiheit werde nicht schrankenlos gewährt. Jeder dürfe selbst bestimmen, ob andere sein Privatleben in einem Unterhaltungsfilm darstellen dürften.
Der Film mit dem deutschen Hollywood-Star Thomas Kretschmann in der Hauptrolle gebe das Privatleben des Kannibalen ohne ausreichende Verfremdung wieder, erklärte das Gericht weiter. Schon der Titel des Films weise praktisch unverhüllt auf Meiwes hin. In Deutschland hatte der Verleih Senator den Film ursprünglich vom 9. März an in die Kinos bringen wollen. Der Filmverleih war für eine Reaktion am Freitag nicht erreichbar.
Verfahren
Meiwes muss sich zurzeit in Frankfurt zum zweiten Mal wegen Mordes verantworten. Er hat zugegeben, im März 2001 einen 43 Jahre alten Ingenieur aus Berlin entmannt, getötet, zerlegt und in Teilen gegessen zu haben. Der Bundesgerichtshof hatte ein erstes Urteil zu achteinhalb Jahren Haft wegen Totschlags aufgehoben, weil mehrere Mordmerkmale nicht ausreichend geprüft worden seien.
Rechtsanwalt Harald Ermel sagte, in dem Film seien mindestens 88 Übereinstimmungen mit Meiwes' Geschichte zu finden. Der Spielfilm sei "Räuberei" an der privaten Lebensgeschichte seines Mandanten. Der Hauptdarsteller sehe zudem fast eins zu eins aus wie sein Mandant.
Öffentliches Interesse
Das Verbot des Films schränkt nach Ansicht des Hamburger Rechtsexperten Sven Krüger die Kunstfreiheit bedenklich ein. "Der reale "Kannibale" muss bei seiner beispiellosen Tat gewusst haben, welches legitime öffentliche Interesse er auf sich zieht", sagte Krüger am Freitag. Der Jurist machte zudem aufmerksam auf die aktuelle Medienberichterstattung zum Fall des "Kannibalen", in der bereits zahlreiche persönliche Daten und Fakten offen gelegt worden seien. "Wenn also Pressefreiheit erlaubt ist, kann dann künstlerische Auseinandersetzung verboten sein?", fragte Krüger. Er betonte aber, die Kunstfreiheit sei von der deutschen Rechtsprechung generell nicht bedroht: "Wahrscheinlich wird es in der Öffentlichkeit kein Verständnis für das Urteil aus Kassel geben, aber darauf darf man als Richter nichts geben."
http://kurier.at/kultur/1296531.php
Kurier Artikel vom 03.03.2006 |apa,dpa,afp,ap |grü
Inhalt "ROTHENBURG" „I am your flesh?
Für den Abschluss ihres Studiums hat sich die Amerikanerin Katie Armstrong (Keri Russel) ein bizarres Thema ausgesucht: Sie will eine Blick hinter die Schlagzeilen werfen und herausfinden, was Oliver Hartwin (Thomas Kretschmann) zu einem der notorischsten Mörder in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland machte. Der Kannibale lernt sein freiwilliges Opfer Simon Grombeck (Thomas Huber) über das Internet kennen. Schließlich stößt die Studentin auf ein Video, welches die letztes Stunden im Leben des Simon Grombek festhält.
Alle Fotos "Rothenburg": Senator Film
Links:
Senator Film: http://www.senator.de/
Kritik Cinema: http://cinema.msn.de/film_aktuell/filmdetail/film/?typ=inhalt&film_id=581079
Seite über Meiwes: http://www.moerder-in-serie.de/armin-meiwes.php
Spiegel: http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,397934,00.html
Der Kannibale. Mythos und Wirklichkeit eines Phänomens (3SAT): http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/53796/
Netzzeitung: http://www.netzeitung.de/vermischtes/383720.html
Der lächelnde Kannibale - N24: http://www.n24.de/boulevard/reporter/finke/?a2006011917162493761
NTV: http://www.n-tv.de/636811.html
Filmkritiken
http://www.critic.de/index.pl?aktion=kritik&id=434
http://www.moviemaze.de/filme/1410/rohtenburg.html
http://www.filmspiegel.de/filme/rohtenburg/rohtenburg_1.php
http://www.wicked-vision.com/tabelle_filmkritik.php?ID=74
Rammstein


Auch Rammstein hat sich der Geschichte in ihrem Lied "MEIN TEIL" bedient.
Hier der Text:
MEIN TEIL
Heute treff' ich einen Herrn,
Suche gut gebauten Achtzehn- bis Dreißigjährigen zum Schlachten
Der Metzgermeister
Huete treff ich einen Herrn
Der hat mich zum Fressen gern
Weiche Teile und auch harte
stehen auf der Speisekarte
Denn du bist
was du isst
und ihr wisst
was es ist
Es ist mein teil - nein
Mein Teil - nein
Denn das ist mein teil - nein
Mein Teil - nein
Die stumpfe Klinge - gut und recht
Ich blute stark und mir ist schlecht
Muss ich auch mit der Ohnmacht kämpfen
ich esse weiter unter Krämpfen
Ist doch so gut gewürzt
und so schön flambiert
und so liebevoll aug Porellan serviert
Dazu ein guter Wein und zarter
kerzenschein
Ja da lass ich mir Zeit
Etwas Kultur muss sein
Denn du bist
was du isst
und ihr wisst
was es ist
Es ist mein teil - nein
Mein Teil - nein
Denn das ist mein teil - nein
Yes it's mein teil - nein
Ein Schrei wird zum himmel fahren
schneidet sich durch engelscharen
Vom Wolkendach fällt Federfleisch
auf meine kindheit mit gekreish
Es ist mein teil - nein
Mein Teil - nein
Denn Das ist mein teil - nein
Mein Teil - nein
[English translation:]
Looking for a well-built eighteen to thirty-year-old to be slaughtered
The Master Butcher
Today i will meet a gentleman
He likes me so much he could eat me up
soft things and even hard ones
are on the menu
Because you are
what you eat
and you know
what it is
It is my thing - no
My thing - no
Because that's my thing - no
My thing - no
The dull blade - good and proper
I'm bleeding heavily and feeling sick
Although I have to fight to stay awake
I keep eating while in convulsions
It's just so well seasoned
and so nicely flambéed
and so lovingly served on porcelain
and with it, a good wine and gentle candlelight
Yeat, I'll take my time
You've got to have some culture
Because you are
what you eat
and you know
what it is
It is my thing - no
My thing - no
Because that's my thing - no
Yes it's my thing - no
A cry will ascend to heaven
It will cut through hosts of angels
Feather-flesh will shriekingly fall
from the top of the clouds into my childhood
It is my thing - no
My thing - no
Because that's my thing - no
My thing - no